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ELER-Projekt Zwergohreule

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Die Zwergohreule in den Streuobstwiesen des Südburgenlandes

Foto: Otto Samwald

zwergohreule otto samwald14161Der Naturschutzbund Burgenland und seine Projektpartner BirdLife Österreich und ARGE Streuobst haben im Februar 2020 im Süden des Bundeslandes (Bezirke Oberwart, Güssing & Jennersdorf) ein Streuobstwiesenprojekt mit der Zielart Zwergohreule gestartet. Die Art ist im Südburgenland ein sehr seltener Brutvogel, mit 5-15 Brutpaaren. Die kleine Eule gilt in Österreich nach der Roten Liste als „Stark Gefährdet“ und wird in der Ampelliste von Birdlife, die den naturschutzfachlichen Handlungsbedarf darstellt, in die höchste Stufe, rot, eingestuft.

 

In Österreich ist die Zwergohreule seltener Brutvogel in wämebegünstigten Regionen. Sie bewohnt baumreiche, halboffene Landschaften mit extensiver Nutzung, z.B. alte, höhlenreiche Streuobstwiesen und parkähnliche Bereiche, auch an Siedlungsrändern. In ihrem Lebensraum findet man auch kleine Laubmischwälder, welche mit kleinstrukturierten Grünland- und Ackerflächen durchsetzt sind. Geschlossene Wälder besiedelt sie dagegen nicht.

Als Höhlenbrüter ist die Zwergohreule ferner auf das Vorhandensein von größeren Baumhöhlen oder Nistkästen angewiesen. Das Kernverbreitungsgebiet im Südburgenland befindet sich in den Gemeinden Kukmirn und Deutsch Kaltenbrunn, wo die kleine Eule überleben konnte, während sie in fast ganz Österreich historisch starke Rückgänge zu verzeichnen hat. Die Art spricht sehr gut auf Artenschutzmaßnahmen (Nistkästen, Extensivierung der Wiesennutzung über ÖPUL, Pflege und Nachpflanzung von Hochstammobstbäumen, Öffentlichkeitsarbeit) an. In Kärnten hat die Population aufgrund solcher Maßnahmen wieder deutlich zugenommen. Die Zwergohreule ist vor allem ein Insektenjäger. Große Insekten wie Heuschrecken, Käfer, Schmetterlinge und Zikaden, gehören überwiegend zu ihrer Beute. Die Beute wird von einem niedrigen Ansitz aus erspäht und am Boden geschlagen oder von der Vegetation abgelesen. Die Zwergohreule ist ein rein nachtaktiver Vogel, der Schwerpunkt der Aktivität liegt dabei vor Mitternacht. Im Verbreitungsgebiet im Südburgenland ist sie in den Ortsrandlagen und Obstgärten bei den Häusern in warmen Sommernächten zu hören und leicht zu bestimmen. Sie ist in Österreich Zugvogel mit Überwinterungsgebieten in den Baum- und Gebüschsavannen südlich der Sahara und nördlich der Regenwaldzone in Afrika. Sie kommt im April im Brutgebiet im Südburgenland an und zieht im August wieder weg.

Im Rahmen des Projektes werden obstbauliche Parameter (z.B. Alter und Dichte der Bäume, Kronenhöhe, Pflegezustand), Biotoptypen (z.B. Streuobstwiesen, Magerwiesen, Hecken, Feldgehölze), FFH-Lebensraumtypen (z.B. magere Flachland-Mähwiesen) und Heuschrecken kartiert. Anschließend wird eine Nahrungsverfügbarkeitsanalyse durchgeführt. Als Ergebnis werden ein Habitatpotentialmodell und ein Maßnahmenkatalog mit genauen Handlungsanleitungen zur Verbesserung des Lebensraumes der Zwergohreule im Südburgenland erstellt. Projektbegleitend werden in den 29 Projektgemeinden (Hügelzug entlang Lafnitztal, Henndorfer Hügelland und Neuhauser Hügelland) Beratungen der Streuobstwiesenbesitzer und Bewirtschafter, Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsarbeit für Erwachsene und Schüler sowie eine Studienreise ins Zwergohreulenprojektgebiet in Köttmannsdorf in Kärnten durchgeführt.

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Kontakt: Naturschutzbund Burgenland, Joseph Haydn-Gasse 11, 7000 Eisenstadt

Dr. Klaus Michalek, Tel.: 0664/8453047

E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it , www.naturschutzbund-burgenland.at